01.04.2026-30.04.2026
Die Feriencamps für die Kinder werden grade durch einige „ambulante“ Bars ergänzt, so dass wir uns entscheiden noch etwas auf Guanaja zu bleiben. Mittels Generators werden für die Bars Kühltruhen betrieben und so gibt es für uns ein kühles Blondes mit Aussicht.
Der Vorteil der Einsamkeit zeigt sich beim Schnorcheln. Die Korallen strahlen in bunten Farben und verschiedenen Formen. So schön haben wir es schon lange nicht mehr gesehen.
Auch finden wir ein Restaurant mit Bar, dass fußläufig ist und zu einem Tauchressort gehört. Die Cocktails sind ok, aber das Essen kommt ausnahmslos aus der Fritteuse. Dafür entschädigen die malerischen Sonnenuntergänge.
Am Samstag, den 04.04, verlassen wir Michaels Rock und auch Guanaja. Unser Ziel ist die kleine Insel Helena, die östlich von Roatan liegt. Der Wind ist gut und wir haben einen schönen Segeltag. Vor Anker lassen wir unser Dinghy ins Wasser und fahren an Land. Am Dinghy Steg finden wir Mülltonnen, so dass wir unsere Säcke der letzten Tage ordnungsgemäß entsorgen können. Das Restaurant ist geschlossen und das Dorf wenig attraktiv. So kehren wir ohne Drinks und Essen zurück an Bord und Hajo zaubert unser Essen selbst.
Am nächsten Morgen geht es weiter. Wir fahren nach Oak Bridge. Ein Fischer nimmt uns hinter dem Riff in Empfang und lotst uns zum Ankerplatz. Nach 4 Versuchen müssen wir aber feststellen, dass der Ankergrund purer Schlick ist und wir keinen Halt finden. Also wieder raus aus der Bucht …
… und rein in die nächste. Jonesville Bight scheint ein vielversprechendes Ziel. Einkaufmöglichkeiten, mehrere Bars und Restaurants sollen hier auf uns warten. Tatsächlich gibt es sogar ein Floating Bar. Auch hier hat das Restaurant, obschon im Internet hoch gelobt, eher mäßige Qualität, wie wir beim Anblick unseres Essens feststellen mussten. Aber Hunger ist ja bekanntlich der beste Koch.
Es ist Montag, der 06.04., und wir entscheiden uns gegen eine weitere Nacht in Jonesville und machen uns auf den Weg nach French Cay. Hier liegt Nautibear seit einigen Wochen und wir freuen uns die beiden wiederzusehen. Die Einfahrt ist betonnt und entsprechend einfach. Beim setzten des Ankers, sollte Tom den Bug noch ein bisschen nach Steuerbord drücken um einen vermeintlichen Sandspot zu erwischen, allerdings funktioniert das Bugstahlruder nicht. Der Anker findet dennoch direkt halt.

Tom testet nochmal das Bugstrahlruder. Nach Backbord geht, nach Steuerbord nicht. Hoffentlich nur der Schalter. Der Schalter wird zerlegt und es wird am Bugstrahlruder gemessen. Signal kommt für beide Richtungen an. Entweder ein Kontakt oder das Relais. Nachdem das Bugstrahlruder am nächsten Tag ausgebaut ist, werden alle Kontakte gereinigt und festgezogen. Keine Veränderung. Das Überbrücken des Relais mit einem Batteriekabel bringt dann die Gewissheit, der Motor läuft auch nach Steuerbord, das Relais ist kaputt.
Ersatzteil nur über den Luftweg. Tatsächlich haben wir aber nur noch Nanajuana in Guatemala, wo wir anlegen müssen, die restliche Zeit sind wir vor Anker. Wir entscheiden uns, das Ersatzteil aus Deutschland mitzubringen, es geht bis dahin auch ohne.
Beim Durchmessen des Bugstrahlruders hat uns Robert geholfen. Ein Bad Godesberger, der seit vielen Jahren auf Little French Cay wohnt und arbeitet. Als er unsere Deutsche Flagge gesehen hat, ist er mit seinem Lancha direkt längsseits gekommen. Durch ihn dürfen wir auch den Steg von Little French Cay für unser Dinghy benutzen. Ideal, da es in der Nähe einen gut sortierten Supermarkt gibt und wir unsere Vorräte auffüllen müssen.
In der Bucht, in der wir liegen, gibt es 3 Inselchen. Fantasy Island, Little French Cay und Big French Cay. Das Ressort auf Fantasy Island nach einem Brand im Februar diesen Jahres geschlossen und aktuell wird der Brandschaden behoben und umfangreich saniert. Little und Big French Cay sind Insel für Tagesausflügler der Kreuzfahrtschiffe. Mehrere hundert Gäste werden täglich auf die beiden Insel gebracht, um dort, mit Schnorcheln, Wakeboard Wasserfahrräder und vielem mehr, Erholung vom stressigen Bordalltag auf dem Kreuzfahrtschiff zu bekommen.
Sogar Pferde werden jeden Morgen auf die Inseln geschifft, damit die feine Herrschaft einen Strandausritt unternehmen kann. Alles natürlich gegen zusätzliche Gebühr zum bereits geleisteten Eintritt auf die Insel.
Um 16:00 gehen dann auf den Inseln die Lichter aus, die Tagesgäste müssen rechtzeitig zum Dinner wieder aufs Kreuzfahrtschiff. Nun können wir die Ruhe und Schönheit der Bucht genießen.
Während Tom nur den Sonnenuntergang zu Gesicht bekommt, schafft Hajo auch den Sonnenaufgang um 20 Minuten vor sechs Uhr in der (vielzu)Früh.
Für Mittwoch, den 13.04., hat sich nur ein Kreuzfahrtschiff angekündigt und Tom einen Leihwagen gebucht um die Insel zu erkunden. Da an anderen Tagen bis zu 5 Kreuzfahrtschiffe Roatan besuchen, hoffen wir, dass der Andrang heute überschaubar bleibt.
Vom Flughafen fahren wir zunächst zum Aussichtspunkt Coxen Holen. Von hier gibt’s einen tollen blick auf die Hauptstadt der Insel und das Cruise Terminal.
Neben dem Strand ist Roatan für seine „Wildparks“ bekannt. Hier kann man Leguane, Faultiere, Pfauen, Affen und teilweise Tiger und Panther bewundern. Dieses Erlebnis lassen wir aber aus.
Wir besuchen West Bay, den auf Roatan angeblich schönsten Strand um uns dann zunächst in Richtung Osten der Insel auf zu machen.
Wir kommen entlang eines Restaurantschiffes und einiger schöner Aussichtpunkte…
… und erreichen unser eigentliches Ziel, oder auch nicht. Old Port Royal war um 1600 eine Rückzugsort für Piraten, die in der Gegend ihr Unwesen trieben. Bis zu 5000 von ihnen sollen in der Stadt seinerzeit gewohnt haben. Überreste der Stadt sollen sich noch finden lassen, allerings ist der Weg dorthin mit dem Auto nicht passierbar. Wir stellen unseren kleinen Kia Picanto ab und versuchen den Rest zu Fuß zu laufen, aber es kommt Kurve um Kurve.
Eine Aussicht auf die Bucht können wir erhaschen, geben dann aber auf. Die Sonne brennt zwischenzeitlich so heiß, dass wir zurück ins Auto und zur Klimaanlage wollen.
Wir fahren nun wieder Westwärts und sehen Oak Bridge von oben. Halt machen wir dann in Punta Gorda. Hier gibt es ein (Mineral-)Wasser am Wasser und da es durch das Saragossa Gras etwas riecht machen wir uns schnell weiter.
In den Bergen gibt es Mittagsessen bei Kristi’s Outlook. Es sieht von außen gut aus und dieses Mal entspricht das Essen dem, was im Internet zelebriert wurde. Unsere Rippchen sind erste Klasse.
Mit vollem Magen genießen wir die Aussicht.
Obschon wir 2 Tage geplant hatten, sind wir nach einem Tag mehr oder minder mit den touristischen Highlights der Insel durch. In West End wollen wir noch vor Anker gehen, daher sparen wir uns den Besuch. In Sandy Bay gibt es noch ein Museum über die Geschichte Roatans, also gibt es mal etwas Kultur für uns.
Das Museum ist zweigeteilt. Eine Hälfte zeigt Artefakte aus der präkolumbianischen Zeit und Bilder über die Ankunft der Kolonialmächte und Piraten.
Auch sind einige Fundstücke wie Rumgefäße und Flaschen, aber auch Kanonenkugel, Anker und Schuhwerk ausgestellt.
Die andere Hälfte des Museums befasst sich mit der Fauna Roatans und zeigt u.a. Schildkrötenpanzer und -köpfe aber auch eine Vielzahl an Fischen und versteinerten Korallen. Die unterschiedlichen Riffarten und deren Entstehung wird ebenfalls bildlich dargestellt.
Deutlich vor dem vereinbarten Termin bringen wir den Leihwagen zurück und fahren mit dem Bus zurück in unsere Ankerbucht. Das Bussystem funktioniert wie auf den anderen karibischen Inseln. Es sind Kleinbusse, die ein feste Route fahren entlang derer man sie über Handzeichen anhält. Die komplette Strecke kostet etwa 1,50 EUR (ca. 15km)
Das Riff in French Cay ist weniger farbenfroh als in Michael Rock. Es wurden aber einige Amphoren eingebuddelt, so dass es durchaus Spaß macht hier zu schnorcheln. Beim genauen Suchen finden wir auch Conch und Seeigel.
070
Am Donnerstag, den 16.04., fahren wir nochmals mit dem Bus nach Coxen Hole. Die „Star of the Seas“ ist zu Gast. Das aktuell größte Kreuzfahrtschiff der Welt mit etwa 8000 Passagieren und 2800 Crewmitgliedern einfach nur gigantisch. Man beachte alleine die Wasserutschen an Deck.
Vom Pier schlendern wir zurück durch die „Innenstadt“ zum Busterminal. Hier müssen wir noch 10 Minuten warten und erfrischen uns mit einem Mineralwasser – Bier gab es nicht. Nachdem zunächste karibische Gelassenheit bezgl. der Abfahrt herschte, macht der Busfahrer jetzt Alarm und wir sputen uns in den Bus. Auf halber Strecke nach French Cay vermistt Tom sein Telefon. Sche… - das ist in der Bar liegen geblieben, in der wir das Wasser bestellt und auf den Bus gewartet haben. Wir stoppen den Bus und fahren wieder zurück. Tatsächlich ist Toms Handy dort und vom Besitzer in Sicherheit gebracht. Doch ein ehrliches Volk.
An unserem letzten Abend verabschiedet uns French Cay mit einem Regenbogen. Morgen geht es weiter nach West End.
Am Samstag, den 18.04 wollen wir um 8:00h morgens den Anker lichten, allerdings lassen sich die letzten 20m Ketten nicht aufheben, irgendwie scheint die Kette festzuhängen. Hajo geht ins Wasser und taucht die Kette mit Flossen und Schnorchel soweit herunter, dass er das Dilemma sehen kann. Auf Grund liegt ein altes Stahlwrack in dem sich unsere Kette verfangen hat. Da wir während unseres Aufenthalts nur geschwoit sind aber nicht wirklich um unsere Achse dreht haben, kann die Kette eigentlich nur seitlich unter das Wrack gezogen sein. Wir versuchen Sie zunächst hart Backbord mit Motorkraft herauszuziehen. Ohne Erfolg. Nun hart Steuerbord. Hajo bemerkt ein Ruckeln in der Kette und Tom gibt etwas mehr Gas. Es ruckelt nochmals und die Kette ist frei. Wir können sie aufholen. Ein Glück, die Kette mit Tauchern zu befreien wäre mit Sicherheit kein billiger Spaß geworden. Mit einer Stunde Verspätung geht es nun los und sobald wir das Riff verlassen haben, setzten wir Segel.

Nach etwa 2 Stunden erreichen wir das westlichen Ende Roatans, machen eine Halse und können quasi bis zur Ansteuerungstonne in Westend segeln. Zur Boje nehmen wir dann aber doch den Motor.
West End ist super touristisch, aber wir finden endlich Bars mit guten Cocktails und auch Restaurants, in denen das Essen gut zubereitet ist und schmeckt. Fast wie im Paradies.
Aber nur fast. Der Baumarkt fehlt, insbesondere, da unser Wasserhahn leckt. Den hatten wir erst im Oktober aus Deutschland mitgebracht und schon kaputt. Mit dem Bus geht es wieder nach Coxen Hole und wir werden fündig. Der Einbau stellt Tom aber vor ein Problem. Augenscheinlich waren die Anschlüsse am Hahn 3/8‘‘ und sollten passen. Tatsächlich sind sie aber kleiner als 3/8‘‘ und größer als 1/4‘‘. 2 weitere Fahrten werden notwendig, dann haben wir alles.
Nachdem nun wieder alles dicht ist bleibt uns Zeit schnorcheln zu gehen. Diese mal können wir sogar von außen ans Riff gehen. Das Wasser ist sehr ruhig und es gibt Bojen, an denen wir festmachen können. Die Vielfalt der Formen ist beeindruckend, so dass wir mehrere Tage hintereinander schnorcheln fahren.
Auch West End verabschiedet und mit einem traumhaften Sonnenuntergang. Es ist bereits Ende April und wir wollen Mitte Mai zurück in den Rio Dulce. Zeit weiterzufahren.
So machen wir uns auf, von West End auf Roatan etwa 25 Seemeilen nach Utila. Heute werden wir als Fähre missbraucht. Tatsächlich reisen 5 verschieden Vögel mit uns und verlassen uns erst bei der Anfahrt die letzte Insel unserer diesjährigen Reise.
Vor Anker treffen wir JoAnne und Bill von der Ultra als auch Renate und Peter von der Amira. Umtrunk auf der segel.BAR zum Monatsende.
Utila macht einen ersten netten Eindruck. Hier werden wir uns die nächsten Tage bestimmt wohlfühlen.